Mega-Wochenende (Teil 1)

Mega-Wochenende (Teil 1)

Wow. Was ein Wochenende. Viel erlebt, meist tolle Erinnerungen gesammelt, aber auch geweint. Auf jeden Fall war es ereignisreich. Aber ich fange am besten von vorne an.

Freitags (14.06.2019)
Nach der Arbeit ging es für mich in die Heimat. Die Patentante hatte Geburtstag und ich wollte ihr noch dringend gratulieren. Was mich erst mal daran hinderte? Der kleine Bruder. Den kleinen Helden musste ich (Ja, eigentlich MUSS ich Garnichts, aber was man nicht alles für die Geschwister macht. Nicht wahr?) erst einmal durch die Gegend kutschieren. Also bin ich eine Stunde später, als ich eigentlich wollte bei der Patentante aufgeschlagen. Der Vati und die Stiefmutti waren auch noch dort. Sie hatten extra auf mich gewartet <3 Allerdings war die Stiefmutti bereits im Aufbruch, da sie ebenfalls von der Arbeit direkt zur Patentante gefahren war und nach Hause wollte. Kurz darauf entschlossen wir uns aber was essen und gehen. Also wurde die Stiefmutti angerufen, ob sie mit möchte und dann losgefahren (Sie wollte übrigens nicht). Wir gingen zu einer unserer Stammkneipen/-restaurants, da es dort freitags den Schnitzeltag gab. Bier bestellt, Schnitzel ausgesucht, sich unterhalten und dann gegessen sobald das Essen da war. Ein gemütlicher Ausklang des Tages bei einem schönen Sonnenuntergang und mit der Familie. Was will man mehr.

Nach dem Essen ging es dann zu meiner Mum. Ich schlief dort, weil wir am nächsten Morgen zusammen weg wollten. Bevor ihr denkt „Moment, da war doch Bier im Spiel!!“, seeehr richtig. Mein kleiner Bruder und ich haben uns vom Onkel fahren lassen. Gerade als wir in die Straße, in der die Mum wohnt, einbogen, sahen wir auch schon den Stiefvati mit den Nachbarn an der Nachbarschafts-Bank sitzen und sich unterhalten. Also stiegen wir dort aus, setzten uns dazu und genossen noch ein Bier mit den Nachbarn und dem Stiefvati. Danach ging es dann aber wirklich ins Bettchen. Denn am nächsten Tag hieß es früh aufstehen.

Samstags (15.06.2019)
7 Uhr. Um 7 Uhr klingelte mein Wecker und wer mich kennt, weiß ich bin Langschläfer. Ich hatte Mitte der Woche erfahren, dass mein ehemaliger Dirigent verstorben war. Ein toller Mensch, der mir in ca. 10 Jahren in denen ich Musik machte verdammt viel beigebracht hat und dabei war es egal ob es um Musik ging oder über die pubertären Probleme, die man als Teenie so hat. Er hatte immer einen passenden Rat und ein offenes Ohr.

Nach dem Frühstück ging es also zum Friedhof. Das Wetter hatte sich der traurigen Stimmung angepasst, Regen und drückend. Was mir an der Beerdigung gut gefiel war, dass es nicht diese Standard-Beerdigung war. Ich hatte meinen Dirigenten nie als unglaublich gläubig wahrgenommen und so wirkte die Beerdigung wie für ihn gemacht. Während der Ansprache in der kleinen Kapelle stellte sich auch heraus, dass er die Beerdigung auch quasi selber geplant hatte und viel mit seiner Frau darüber gesprochen hatte, wie er sich gern Verabschieden möchte. Es ist ein komisches Wort im Zusammenhang mit einer Beerdigung, aber ich hatte tatsächlich zwei Highlights. Das erste war das ca. 15 minütige Stück von Brahms was gespielt wurde. Natürlich war die Beerdigung, wie auch sein Leben, von viel Musik begleitet und nach der Aussage seiner Frau wollte mein Dirigent, dass die Leute wenigstens einmal in ihrem Leben wirklich gute Musik hören. Ich war wirklich begeistert. Zwar habe ich früher öfter klassische Musik gehört als heute, aber ich kannte dieses spezielle Stück nicht. Dennoch hatte ich das Gefühl es passte einfach zu ihm. In meinem Kopf spielte sich ein richtiger Film aus Erinnerungen ab und ich wurde echt melancholisch.

Nach der Ansprache wurde dann der Sarg zum Grab getragen, wo sich der Musikverein mit einer Mannschaft von gut 70 Leuten aufgestellt hatte. Das zweite Highlight der Beerdigung. Mein Dirigent hatte sich gewünscht, dass er ein letztes Ständchen bekommt. Es sollte „Alte Kameraden“ gespielt werden, bevor er ins Grab gelassen wurde. Ein besonderer Gänsehaut-Moment. Danach galt es dann sich von ihm zu verabschieden und zum mindestens für mich mit zum Kaffeetrinken zu gehen.

Mit der Mum, dem Stiefvati und der Stiefschwester ging es also zur nächsten Location. In dem Raum war ein Bildschirm aufgebaut, auf dem eine Präsentation mit Fotos vom Dirigenten lief, natürlich untermalt von Musik. Ich fand das super schön, denn auch wenn der Anlass ein trauriger war, konnte man lachen. Zum Beispiel über sehr alte Bilder, in denen Sachen getragen wurden, die für die Zeit modern waren und heute eher… nun… lustig aussehen. Oder wenn einer oder mehrere oder der Dirigent einen lustigen Gesichtsausdruck auf dem Foto hatte. Meiner Meinung nach nimmt das Lachen bei so einer Veranstaltung einem den Schock und/oder die Trauer über den Verlust. Außerdem erinnert man sich schneller (zum mindestens ist das bei mir so) auch an die schönen oder lustigen Erlebnisse. Es ist jetzt nicht so, dass ich noch viel mit meinem Dirigenten zu tun hatte, aber das ein oder andere Kichern beim Kaffeetrinken tat gut.

Nachdem dann Kaffee getrunken und Schnittchen gegessen wurden, kam eine weitere Überraschung. Es gab Currywurst-Pommes. Das fand ich unglaublich großartig. Pommes war das absolute Lieblingsessen des Dirigenten und dass es auf seiner Beerdigung serviert wurde war einfach unglaublich passend.

Was hat mir dieser Abschied gelehrt? Abgesehen davon, dass ich mich wieder daran erinnert habe, wie toll mein ehemaliger Dirigent war und wie viel und lange er mich begleitet hat, habe ich gemerkt, dass man viel öfter und offener über den Tod und wie man sich verabschieden möchte reden sollte. Auch wenn man jünger ist sollte man sich Gedanken darüber machen und mit dem ein oder anderen Vertrauten mal darüber reden. Ich halte in den letzten Tagen für super wichtig. Die Beerdigung des Dirigenten war deshalb so sehr auf ihn zugeschnitten, weil er selber viel darüber nachdachte. Das hatte zum einen damit zu tun, dass er vor 15 Jahren schon mal mit seinem Tod konfrontiert wurde und zum anderen, weil er vor seinem Tod länger krank war. Aber ich sage, es sollte nicht erst soweit kommen. Denkt mal ab und zu darüber nach und erzählt euren Geschwistern oder Freunden, wie ihr beerdigt werden wollt. Ich finde das wichtig.

Ein paar Abschlussworte an die Familie meines ehemaligen Dirigenten, denn ich weiß, dass wenigstens einer in der Familie meinen kleinen Blog hier verfolgt: Ich war auf der Beerdigung nicht so gut darin mein Beileid auszudrücken… und ich bin mir auch nicht sicher ob dieser Eintrag ein wenig over the top ist. Aber alles was ich hier darüber geschrieben habe, wie ich mich fühle stimmt. Er war ein toller Mann und es tut mir leid, dass er so früh gegangen ist. Der 11. Doctor aus Doctor Who sagte im Staffelfinale der 5 Staffel „We’re all stories in the ende. Just make sure it’s good one.“ Und wie ich in das Kondolenzbuch schrieb glaube, dass die meines Dirigenten eine gute Geschichte war.

… to be continued!

Purgatory Con 5

Purgatory Con 5

Soo! First blog entry in english! Whoop whoop \o/

I was on the purgatory convention this weekend (4.5.2019 – 5.5.2019) and as always we had the most of fun. My baby brother and four friends went with me to Düsseldorf to celebrate one of my favourite TV-Shows of all time. SUPERNATURAL! The orginizers brought great gueststo the event and made sure it wasn’t in the slightest boring. We had David Haydn-Jones, Sebastian Roché, Rob Benedict, Richard Spreight JR., Ruth Connell, Alex Calvert, Sachin Rahel and our host David Alpay. As awlways there were interesting panels and exciting Photo-Ops as well as the karaoke party (which Sachin just rocked, btw).

New was the fanfiction contest this year.. and this is the reason I’m writing this entry in english. I participated and wanted to show you my story. Don’t worry, there is no shipping or sex involved 😉
We got to write a story about the characters of supernatural, not longer then five pages and it had to be G-rated. So, I hope you enjoy my little story 🙂 but keep in mind it’s my first story written in english.. and I haven’t wrote one in ages.

Three sisters, one fate

The downpour was so heavy , Sam thought if it continued like this the road would be flooded and impassable in no time.They didn’t listen to any music, just the rain outside and a distant thunder now and then. What a night, Sam thought and turned around to look after their friend on the backseat. Mareen was asleep, looking awfully exhausted. Her face was red and puffy from the silent tears she cried and there were little wounds from the flying glass at her forehead and cheeks. He sighed and turned around again. One look to his brother and he knew. Dean was pissed just the same. This time they had been too late. Mareen had lost everything she knew, two sisters, her home, their fortune… everything, except her life.

 

On the road so far.
The two brothers met the Abraham sisters at a case – where else? The women had inherited the famous Kata Klothes yarn and wool factory together from their dad, the first victim of the ghost they were haunted by and he was the reason why Sam and Dean went to the factory in the first place. They started to work there first, because they thought it would get them more insights. If they used they fake FBI batches they would have been treated as outsiders.

The oldest sister, Anna Abraham was the head of the factory. She oversaw everything and seemed to have a talent to understand the spinning wheels of complex structures a big company is always build on. She also was the natural born leader and had no problem with making hard decisions. The middle one was Tyche, head of finances. She always knew in what to invest in, which customers could be trusted and who would be a bad investment. Mareen was the youngest of the three and head of the marketing department, as she was the creative one in the family, putting her visions of the company in marketing strategies to shape their image around the world. The ghost haunting their factory was a really nasty one and of course it wasn’t just a „find the remains, salt and burn them“ situation. But it was dealt with and thereafter they stayed in contact, just to be sure it was really gone. As soon as it seemed that the worst was over a cursed object found its way into their possession.

The sisters have been through a lot. All these different cases caused them to grow together and then another tragedy occurred. Anna was killed in a car accident. After loosing the first head of the family to a ghost, this was even more devastating. Anna was the one who held the three sisters together, brought them strength and comforted them, when Tyche and Mareen thought they couldn’t take anymore. And now this comfort and strength was gone and the other two sisters had to learn how to be strong in their own way. Of course it was difficult to deal with, but they pushed through it and took care of one another. That’s when Mareen started to get visions. At first they thought she could be a prophet but it was too similar to Sam’s visions years back, the ones he got because he had the blood of the yellow eyed demon in him. But they quickly learned, that it had absolutely nothing to do with that either. So at that moment they were in the dark about her visions, too. But they handled it like they always did: Hunting things while trying to find out more about what was going on. Mareen agreed to use this power to their advantage and they prevented a lot. No one died at the incidents, but Tyche had the feeling everything was too easy, compared to what they had been through already. Her gut told her something big was coming, but they only could react to the visions Mareen got. So that’s what they did.

Two days ago Mareen had a vision of an abduction. She saw Tyche, in pain, covered in blood, screaming for help. Sam and Dean took the girls and brought them to a safe house because the bunker was too far away. They prepared everything. New rocksalt bullets, holy water, devilstraps, everything they could think of. Now, one would think they were ready, but absolutely nothing could have prepared them for what would come. They were just overrun by an overwhelmingly large number of demons. Sam and Dean just couldn’t safe Tyche from being kidnapped. The demons took her and brought her to a cabin in the middle of nowhere. Sam should have known it was too easy when they found Tyche with a simple locating spell. At the time he was simply relieved that there weren’t anymore obstacles put in their way. When he, Dean and Mareen arrived at that cabin, demons were basically thrown at them again, so they quickly came up with a plan. Dean would distract them, Sam and Mareen would find a way in and free Tyche. Sam entered the cabin and then everything went black. Someone or something knocked him out cold.

He became conscious again tied to a chair in a corner of a room. His sight was blurry at first and he felt dizzy and also his head felt like it would explode any second. Mareen stood with her back to him pleading to someone, Sam couldn’t see. Her sister was tied up in a witch circle painted in the middle of the room, with runes drawn onto her body. Half the room was dark, the shadow so thick even the candles of the witch circle couldn’t bring enough light to it. At first Sam didn’t understand why Mareen wouldn’t move but then he saw the chains on her ankles. He heard her cry and then she started to scream. At least he first thought it was Mareen who screamed, but he quickly understood it was Tyche. Everything was so confusing at the time with his blurry sight and headache. A mumble of words, Sam couldn’t understand, came from someone standing in the shadows. The one Mareen pleaded to. Sams eyes quickly moved between Mareen, Tyche and the dark, trying to understand what the hell was going on. Then someone slowly emerged from the shadows. Crowley! His eyes glowed red and a almost palpable black aura hovered around him. Sam couldn’t believe his eyes. What was Crowley doing here? What was going on? How could he prevent whatever was going on?

Tyche’s body began to twist, bending in unnatural ways, screaming in pain and horror. Mareen fell to her knees, crying and screaming for mercy for her sister. And Crowley? He went over to Mareen, obviously careful not to step on the edges of his painted circle, catching some of her tears in a little flask while he mumbled this endless formula. And then everything went still. Crowley stopped moving for what seemed an eternity, Mareen just sobbed and whined quietly. Tyche fainted.

Then… a storm broke loose. Windows bursted. Thunder and lightning crashed into the cabin. Tyche began to scream again. Her blood seemd to explode from her body. Out of her eye. Her mouth. Her ears. Even the pores of her skin. It formed a pool under the woman’s body and flowed into bowls Crowley had placed on the edges of the witch circle. It was devastating to look at.

Had it been Dean who in the end found and freed them? Sam couldn’t remember how exactly they were freed, everything was a blur. He remembered how they dragged Mareen out of the room, forced to leave her sister behind and how they fled still on demon persuit.

 

Now
Somewhere in one of the darkest corners of hell a lower demon came to his king, carrying a bag. Without saying a word, Crowley took it from his minion, snapped his fingers and the demon was dead. He didn’t need any witnesses. Not yet anyway. With careful hands he carried the bag to a shabby white bathtub. It was filled with roots and herbs he specifically gathered for this very moment. What painstakingly expenditure it all had been. Every little herb or flower or root had to be picked at a specific time and exact circumstances of something. His hands were shaky when he gave the content of the bag into the tub. It were remains, badly burned ones, most of it ashes. But he wasn’t afraid. The king of hell was just excited. Two years of work and meticulous planning would be paying off today. He grinned, got a little flask out of his pocket and gave the transparent liquid to the other ingredients. He got a knife from a table nearby and then lit some candles, just for the right feeling.

Now the more serious part of all this. He started to mumble some words again. A summoning spell for souls. But he needed a specific one. A shining ball like spirit appeared besides him and he grinned again. Perfect. It worked. He stopped, cut himself with the knife and gave some of his blood into the bathtub. Then with a change in pacing he spoke, now clearer, yet a different formula and gave the blood he drained from the middle sister into the bathtub. The last ingredient. The soul began to shine brighter and brighter to a point where it got impossible to look at and Crowley had cover his eyes. Suddenly everything went dark again. The soul was gone but the bathtub glimmering with a dark aura. He looked at it carefully. After a few seconds the mixture began to move and formed a body like figure. Another few seconds later a blond lady covered in blood stepped up and looked with glowing red eyes to the king. She was beautiful, no evidence that she was just burned remains a minute ago. He grinned again and nodded. “Anna, princess of fate. Daughter of Ananke, the goddess of destiny, foreseer of fortune and one sister of the Moirai. So mighty even the once mighty Zeus would obey. I summoned you with the blood of your blood and the tears of your grieving sister. Come and be my Queen. Come to see and be my destiny.”

Mareen suddenly opened her eyes. Her breath was shaky, her hair and skin clammy and her stomach felt sick. Her sister, Anna. She saw her. In this dream. No, it was one of this strange visions. She was not dead? What was she? Why was she called daughter of Ananke by the king of hell? She had a strange feeling she wouldn’t like the answers.

Depressionen und wie ich sie bisher erlebte

Depressionen und wie ich sie bisher erlebte

Keine Sorge, ich bin seit je her von Depressionen verschont geblieben, aber ich lerne gerade einen alten Freund neu kennen und er hat leider nicht so ein Glück wie ich.

Nachdem ich seit dem Klassentreffen wieder Kontakt zu meiner früheren besten Freundin habe, meldete sich nun auch nach langer Zeit ein weiterer ehemaliger Freund. Er war ebenfalls ein wichtiger Mensch in meinem Leben, mit dem es aus irgendwelchen Gründen auseinander gegangen ist. Aber wie ist es dazu gekommen? Vor ca. einem halben Jahr schrieb mich besagter Freund über Facebook an. Einfach so. Ich war richtig überrascht, denn auch wenn wir ein Jahr davor schon einmal ein wenig geschrieben hatten, habe ich nicht so richtig damit gerechnet noch großartig mit ihm Kontakt aufzubauen. Wir schrieben eine Zeit lang, die Themen wurden richtig ernst und ich war erschrocken, heraus zu finden, dass er mit Depressionen kämpfte. Das letzte halbe Jahr war er wohl in einer Tagesklinik gewesen, um sich helfen zu lassen. Und ich glaube, dass er sich dort vielleicht dachte, dass man mich noch mal anschreiben könnte..? Ich weiß es nicht genau. Auf jeden Fall war (und bin ich immer noch) sehr froh, dass er wieder Kontakt gesucht hat. Natürlich werde ich hier nicht ins Detail gehen, was genau seine Probleme sind, das wäre viel zu persönlich. Aber man kann sagen er hat ein ordentliches Päckchen zu tragen.

Warum möchte ich darüber schreiben? Ich habe wieder öfter das Gefühl, dass viele Menschen sich davor sträuben Depressionen zu adressieren. Ich selber zählte dazu. Meine erste Konforntation mit depressiven Menschen war, als ich ungefähr 16 Jahre alt war und natürlich habe ich versucht dieser Person zu helfen so gut es mirmöglich war. Dennoch musste ich mich irgendwann von ihr abwenden, weil ich es nicht ertragen konnte ihm eben nicht so helfen zu können. Außerdem schlug es mir selber zu sehr auf das Gemüt. Ich machte mir ständig Sorgen und merkte, wie ich irgendwann selber regelmäßig weinend zu Bett ging, weil ich mir Vorwürfe machte. Nach dem ich mich aus dem Leben besagter Person zurück zog, nahm ich eine andere Haltung zu der Krankheit ein. Ich versuchte sie herunter zu spielen. Immerhin gibt es immer Menschen, denen es noch viel schlechter geht. Und man sollte froh über das sein, was man hat. Nicht die feine englische Art, ich weiß, aber es war auch ein wenig Selbstschutz. Nachdem ich dann mit weiteren Leuten zu tun hatte, die betroffen waren und ich ebenfalls ein wenig älter und erwachsener geworden bin, konnte ich meine Einstellung zu Depressionen wieder ändern.

Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass sein eigenes Leid immer das schlimmste ist. Natürlich gibt es Menschen, denen es vielleicht noch schlechter geht, das hilft einem aber nicht in seinem Wohlbefinden. Die Probleme, die man selber hat sorgen nun mal dafür, dass es einem nicht gut geht. Ich habe für mich selber herausgefunden, dass – wenn man das akzeptiert – man mit den Menschen geduldiger umgehen kann, denen man helfen möchte. Ich möchte hier jetzt nicht so tun, als habe ich die Weisheit mit Löffeln gefressen, aber das älter werden und Lebenserfahrung sammeln, zusammen mit für mich wichtigen Ratschlägen meiner Patentante, helfen mir zur Zeit meinem Freund zu helfen. Natürlich liegt es auch daran, dass er sich auch helfen lassen möchte und über darüber nach denkt, was wir bereden. Und ich bin immer ehrlich; Man kann durchaus sagen, was man von einer Situation hält, egal ob es positiv oder negativ ist. Wichtig ist finde ich dabei nur, dass man es sachlich begründet. Einige würden jetzt sicherlich sagen, dass sei selbstverständlich, aber das ist es bei weitem nicht. Ich persönlich kannte genug Menschen, die das nicht können und entweder lügen oder so lange ihre Probleme , die sich mit einem haben, unterrücken, bis sie platzen und mit horenden Anschuldigungen bombardieren.

Natürlich ist man als Freund oder Familie kein Therapeut. Da sollte man sich auch niemals etwas vor machen. Niemand wird meinem Freund so professionell und gut helfen können wie der Therapeut, mit dem er redet. Ich halte es für wichtig, den Menschen, bei denen man merkt ihnen geht es wirklich nicht gut, nahe zu legen, dass sie sich professionelle Hilfe holen sollten. Man braucht sich bei weitem nicht dafür zu schämen.

Was ich darüber hinaus festgestellt habe, vor allem bei meinem Freund ist, wir stark er ist. Ich kann mir kaum vorstellen, wie anstrengend es sein muss, gegen die schlechten Gefühle anzukämpfen. Wie viel Kraft es kostet, nicht das Handtuch zu werfen und alles endgültig zu beenden. Wenn ich mir vorstelle, mir gehe es jeden Tag schlecht, ich sei müde und antriebslos und würde es gleichzeitig hassen, dass ich den Arsch nicht hochkriege. Tag täglich. Das sind eine Menge Emotionen, die widersprüchlich sind, auf einen einsprasseln und einen verwirren. Sich da durch zu arbeiten und alles zu entwirren und das zu finden, was einen hier hält, finde ich wirklich beeindruckend. Mein Freund stand (und manchmal steht er dort immer noch) an der Klippe und hat es geschafft, sich davon zurück zu ziehen… und muss immer wieder (wahrscheinlich öfter als mir lieb ist) die Kraft aufwenden, es erneut zu tun. Und dafür bewundere ich ihn.

Tatsächlich konnte ich ihm vor einigen Wochen helfen, Dinge über sich und seine Gefühle herauszufinden, sodass er eine Beziehungspause mit seiner Frau frühzeitig beendete. Und das war ein verdammt gutes Gefühl. Wir hatten lange keinen Kontakt, aber er ist mir sehr schnell wieder ans Herz gewachsen und jemandem zu helfen, der einem wichtig ist, ist einfach wunderbar. Natürlich hatte er die meiste arbeit, weil er, wie oben beschrieben, sich durch seine Gefühle arbeiten musste, aber ich habe es geschafft ihm durch meine Meinungen zu der Situation eine weitere Sichtweise zu geben. So oder so ähnlich hätte ich mir das damals gewünscht als ich 16 Jahre alt war. Ich denke damals war ich einfach nicht reif genug die Situation richtig einzuschätzen. Er hat es auch ohne mich aus seiner Depression geschafft, dennoch denke ich manchmal, dass ich gerne besser darin gewesen wäre der Person zu helfen.

Das sind so meine Encounter, Erfahrungen und Gedanken mit und zu Depressionen und ich bin froh sie zu machen. Auch wenn nicht alles so funktioniert, wie man sich das Außenstehender wünscht. Wie einige meiner Lieblingsschauspieler immer sagen: Always keep fighting, you are enough and you are loved.

Auf einer Messe

Auf einer Messe

Seit fast einem Dreivierteljahr planten wir bereits, dass wir Anfang November als Austeller eine Messe besuchen. Ein teurer Spaß, aber spaßig war es auf jeden Fall. Es wurden Messewände, Theken und Flyer neu gestaltet und Aktionen geplant, um die Besucher an unseren Stand zu locken. Da ich hier nicht über spezielle Angebote schreiben darf (und auch nicht möchte) beschränke ich mich einfach auf das Erlebte aus meiner Sicht.

Unser Konzept bestand darin, dass wir mit ein paar Bauchladen-Girls (ich war eines davon) über die Messe laufen und gratis Smoothies verteilen. Zusätzlich hatten wir unsere Cocktailtheke eingepackt und am Stand ebenfalls welche verteilt. Außerdem gab es noch ein Glücksrad, mit dem sich die Besucher Gewinne erspielen konnten. Natürlich hatten wir noch von den Mobilfunkanbietern je einen Berater dabei und jemanden, der unser Konzept erklären konnte.

Montags nachmittags ging es für meine Kollegin und mich also los zur Messe. Einige Kollegen waren schon zum Aufbau vorgefahren. Da wir dort nicht helfen mussten, arbeiteten wir noch bis ca. 15.00 Uhr und stiegen dann in mein kleines Auto und fuhren los. Ca. 2 Stunden später kamen wir am Hotel an, checkten ein und bezogen unsere Zimmer. Da ich Schlafen immer für eine gute Idee halte, legte ich mich noch eine halbe Stunde hin, bevor wir dann zu fünft etwas essen gingen. Am ersten Tag hatten wir uns für Burger entschieden, die wirklich köstlich waren. Danach ging es in eine Bar und wir genossen ein paar Cocktails und die Gesellschaft der Kollegen. Ein lustiger Abend und gelungener Einstieg in eine – wie sich herausstellen sollte – recht anstrengende, aber spaßige Woche. Am nächsten Morgen waren wir dann um 7.30 Uhr auf der Messe. Letzte Vorbereitungen wurden getroffen und dann wurde eine halbe Stunde später die Messe eröffnet. Meine Kollegin und ich standen direkt am Eingang und verteilten unsere Smoothies. Allerdings hatten wir wirklich nicht damit gerechnet, wie gut sie angenommen werden würden. Wir mussten gefühlt jede Minute zurück zum Stand, um unsere Bauchläden wieder aufzufüllen.

Nachdem die Besucher zum größten Teil alle da waren, mussten wir eine Pause einlegen. Wir hatten unsere Smoothies auf die drei Messetage aufgeteilt und mussten nun versuchen, die Portionen auf den Tag aufzuteilen, damit wir nicht ab mittags ohne Smoothies da standen. Wenigstens hatten wir so die Gelegenheit, selber einmal über die Messe zu gehen und uns anzuschauen, was die anderen Aussteller so an Konzepten hatten. Danach versuchten wir in die Beratung mit einzusteigen. Allerdings hatten wir von unserem „Mutterunternehmen“ zwei Leute dabei, die die Besucher sofort abgegriffen hatten. Klar, sie waren da, um zu beraten, aber sie sind null auf die Benefits eingegangen, die wir bieten, und haben nur ihre Plattform beworben. Wenn ich im Nachhinein so darüber nachdenke, ist es schon irgendwie verständlich, allerdings hatte meine Firma alles bezahlt, inklusive der Eintrittstickets der beiden und es fühlte sich einfach nicht nach guter Zusammenarbeit an. Dabei sind wir quasi vom selben Unternehmen.

Gegen Mittag sind wir dann noch einmal mit den Bauchläden losgezogen und haben erneut Lächeln in die Gesichter der Kunden gezaubert. Es war irgendwie schön, wie sie sich über die Smoothies freuten. Nachdem wir dann auch einen probiert hatten, konnten wir die Freude auch tatsächlich verstehen. Die Getränke waren wirklich lecker, kein Wunder, dass alle so glücklich damit waren. Danach gingen wir erneut über die Messe und entdeckten sogar einen völlig neuen Teil. Schnell waren die Bauchläden wieder gefüllt und wir besuchten den neu entdeckten Teil der Messe. Allerdings mussten wir uns danach echt zurückhalten, denn die Smoothies gingen wirklich gut weg. Unser Chef, der an dem Tag auch dabei war und uns beratend zur Seite stand, bestellte tatsächlich noch mal Smoothies nach.

Nach einem anstrengenden Tag ging es wieder ins Hotel. Es wurde wieder geschlafen und sich ein wenig frisch gemacht, um dann wieder zum Essen auszugehen. Diesmal gab es Pasta. Danach ging es wieder in eine Bar, wo dann der Chef zu uns stieß. Cocktails und ein paar Knabbereien gingen, wie sich nachher dann herausstellte, auf seine Kosten. Der Abend war angenehm und gespickt von interessanten Unterhaltungen und Diskussionen. Der Abend endete später als beabsichtigt und wir gingen wieder ins Hotel. Am nächsten Morgen hieß es wieder früh aufstehen und zeitig auf der Messe sein. Meine Kollegin und ich verteilten wieder fröhlich Smoothies, aber diesmal nicht mehr mit so viel Freude. Die Besucher wurden leider etwas dreist, griffen einfach in den Bauchladen, um die Smoothies herauszunehmen, und einige kamen wirklich zum gefühlten 20. Mal, um sich einen zu nehmen. Ein Kommentar allerdings ließ mich wirklich grinsen: „Sind das die leckeren Smoothies…?“  Der Stand direkt neben uns machte frische Smoothies, man konnte ihnen dabei zugucken. Aber unsere Smoothies schienen besser zu sein. Ansonsten war der Tag relativ ruhig. Meine Kollegin hatte noch an einem Quiz teilgenommen und tatsächlich eine VR-Brille gewonnen. Das freute mich wirklich riesig. Gegen Mittag gingen uns so langsam die Give-Aways für das Glücksrad aus, was uns ein wenig nervös machte. Andererseits mussten wir somit nicht mehr so viel mit nach Hause nehmen.

Abends war dann Ende für die Kollegin und mich. Wir stiegen wieder in mein kleines, süßes Auto und fuhren die ca. 2 Std. wieder nach Hause. Alles in allem waren die zwei Messetage anstrengend, aber spaßig. Wenn man sowas zum ersten Mal macht, ist man ein wenig schockiert darüber, wie frech manche Besucher sein können, da sie wirklich nehmen, was sie kriegen können. Wir haben uns das Warten zwischen den Smoothie-Runden mit guten Gesprächen und kleinen Späßen mit Kollegen versüßt und besagte Kollegen beim Beraten oder am Glücksrad unterstützt.

Klassentreffen

Klassentreffen

Ich bin wieder da!

Mein erster Eintrag zu dieser Kategorie, nicht sehr lang, aber doch schon recht persönlich.
Viel Spaß damit!

Die 10d meiner Realschule hat dieses Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Das haben einige ehemalige Klassenkameradinnen zum Anlass genommen, ein Klassentreffen zu veranstalten. Ich war damals auf einer Mädchenschule, die in meinem kleinen Heimatstädtchen einen recht guten Ruf hatte. In der 9. Klasse wurden die Klassen je nach Schwerpunkt, den man gewählt hatte, neu zusammengewürfelt und so entstand die 9d. Wir waren seit zwanzig Jahren die erste Klasse mit einem Physik-Schwerpunkt, und ich muss sagen, zumindest ich war irgendwie stolz darauf. Unsere Klassenlehrerin war tatsächlich studierte Physikerin und wollte das Lehren nur als Übergang nutzen, da sie gerade in der Familiengründung war. Dadurch war unser Unterricht gespickt mit interessanten Projekten, Experimenten und Vorträgen.

Zehn Jahre später trafen wir uns also alle wieder. Ich gebe zu, ich war echt ein wenig aufgeregt. Zum einen lag es daran, dass ich kaum bis keinen Kontakt mehr zu irgendeiner meiner Klassenkameradinnen hatte, zum anderen sind meine frühere beste Freundin und ich nicht im Guten auseinander gegangen, was ich immer irgendwie bereut hatte. Ich wusste einfach nicht, was mich zu erwarten hatte, ging jedoch neugierig hin.

Nachdem alle in der Location eingetroffen waren, ging es also los mit einer kleinen Vorstellungsrunde. Ausbildung oder Studium? Jobwahl? Wo wohnte man? Ich war tatsächlich die Erste, die von sich erzählen durfte, und plapperte direkt drauf los. Nachdem ich fertig war, schauten mich meine Klassenkameradinnen erwartungsvoll an: „Jetzt mal die wichtigen Dinge! Verheiratet? Kinder?“. Laut loslachend verneinte ich beides und gab zur Nächsten ab. Ich lernte recht schnell, dass viele im technischen Bereich geblieben waren. Eine studierte erst Physik, dann Maschinenbau. Einige waren nun technische Zeichnerinnen, andere gingen in die IT. Und auch wenn nicht alles davon mit Physik zu tun hatte, war ich erstaunt, dass diese recht frühe Entscheidung in der Realschule sie geformt hatte und sie dort ihren Weg gefunden hatten. Natürlich gab es auch welche, so wie mich, die in andere Richtungen gegangen waren. Es gab Grundschullehrerinnen oder WBLer, die ebenso sehr erfolgreich zu sein schienen.

Mein Highlight des Abends war aber tatsächlich, wie gut ich mich mit meiner früheren besten Freundin unterhalten habe. Wir fragten uns beide, warum wir uns damals gestritten hatten, und schoben es auf das pubertäre Mädchengehabe, das einen echt wuschig im Kopf machte. Keine von uns wusste noch den Grund und auch sie schien es irgendwie schade zu finden, dass wir keinen Kontakt mehr hatten. So wurden also Handynummern ausgetauscht und siehe da: Wir schreiben zwischendurch. Ob es um die alten Zeiten geht oder was gerade so ansteht, scheint irgendwie egal zu sein. Ich erwarte natürlich nicht, dass alles so wird wie früher, aber es tut irgendwie gut, wieder jemanden in meinem Leben zu haben, der mich noch aus der Schulzeit kennt und auch immer noch dieselben Dinge wie ich.

Alles in allem war es ein wirklich schöner Abend, der mir eine alte Freundin wieder nähergebracht und zu einem interessanten Austausch mit den anderen Mädels geführt hat.

Der neue Job

Wie ich mich in die neue Firma eingewöhnte.

Seit dem 13.11.2017 bin ich nun schon über die Zeitarbeitsfirma, von der ich geschrieben habe, an die Telekommunikationsfirma ausgeliehen. Ich kann sagen, es ist ein wenig anders als gedacht. Dabei weiß ich gar nicht sooo genau, was ich mir unter diesem Job vorgestellt habe. Aber fangen wir von vorn an.

Eine neue Stelle anzutreten, ist ja immer sehr aufregend. Man lernt neue Leute kennen. Man muss sich auf diese Leute einstellen. Wie sind die Chefs? Was gefällt Ihnen? Neues Umfeld, neuer Workflow. Mein Vorteil für meinen Einstieg war, dass ich in einer ruhigen Phase dazu gestoßen bin. Ich konnte mich in Ruhe mit der Materie auseinandersetzen und mich an die Arbeitsweise der anderen gewöhnen. Bei einem so komplexen Thema wie der Telekommunikation ist das eine riesen Hilfe. Hinzu kommt, dass meine Abteilungsleiterin selbst aus der Marketing-Branche kommt. Das heißt, sie versteht, wie kreative Prozesse funktionieren, und weiß, dass manche Dinge Zeit brauchen. Das beides sorgte dafür, dass ich einen wirklich guten Start in den neuen Job hatte.

Meine Projekte reichen von Web-Bannergestaltung zu mehrseitigen Info-Broschüren. Durch die Vermarktung namhafter Marken hatte ich ein wenig Sorge, dass man viel zu sehr an die CIs der Marken gebunden ist. Allerdings hat man immer noch genug Freiheiten, um ein paar wirklich schöne Dinge zu gestalten und viel auszuprobieren. Meine Abteilungsleiterin ist sogar ein großer Fan von verrückten Ideen und heißt es gut, wenn man mal versucht, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Dazu gehört auch die Darstellung verständlicher und komplexer Themen, diese zu hinterfragen und zu versuchen, dieses Thema aus einer anderen Sicht zu sehen.

Mein erstes größeres Projekt zum Beispiel war es, ein Mockup für die Darstellung einer recht großen Tariftabelle zu erstellen. Nachdem ich die Tabelle verstanden hatte, fing ich erst mal an, meine ersten Ideen zu skizzieren und diese dann in meinen Scribbles zu verfeinern. Allein dafür brauchte ich zwei Tage. Alles kein Problem, denn wie gesagt, versteht meine Abteilungsleiterin, dass sowas ein wenig dauern kann. Vor allem, wenn man sich vorher mit dem Inhalt an sich nicht so gut auskannte. Als die Scribbles fertig waren, setzten wir uns mit einem Kollegen zusammen, damit ich erklären konnte, was ich mir dazu überlegt hatte, und vor allem damit ich mich rückversichern konnte, ob ich alles richtig verstanden hatte. Vor diesem Termin allerdings bekam ich ein wenig kalte Füße, weil ich mir nicht sicher war, ob ich den Rahmen meines Zuständigkeitsbereiches überschritten hatte. Ich hatte mir eine Menge Gedanken gemacht und war mir plötzlich unsicher, ob es zu meiner Aufgabe gehörte, mir diese Gedanken überhaupt zu machen. Also habe ich mir Rat von meinem Arbeitskollegen (im folgenden K1) geholt. Er war so freundlich, sich meine Scribbles einmal anzuschauen und sich von mir erklären zu lassen, erstens was meine Sorgen dabei waren und zweitens ich mir dabei gedacht hatte.

Grundsätzlich fand K1 meine Überlegungen gut, wies mich aber darauf hin, dass ich einen Aspekt vergessen hatte: Vergleichbarkeit. Das hat mich ziemlich verärgert. Wofür sollte eine Tabelle sonst da sein? Natürlich damit der Kunde die verschiedenen Tarife vergleichen kann. Mit diesem Einwurf fielen schon einmal zwei Darstellungen raus, da man sonst zu viel hin und her hätte klicken müssen. Er nannte mir noch einen spontanen Einfall, den ich versuchen sollte zu skizzieren. Gesagt getan. Das zweite Problem, auf das K1 hinwies, war das Responsive Design. Es würde schwierig werden, diese komplexe Tabelle auch auf dem Handy vernünftig darzustellen. Aber auch dazu hatte ich nach ein bisschen googlen eine Idee und brachte sie zu Papier.

Bei dem Termin konnte ich dann meine Ideen vorstellen. Sie kamen gut an und es wurde sich für eine Idee entschieden, die ich dann in Photoshop umsetzen sollte. Zudem wurden mir noch geduldig meine Fragen erklärt und noch mal beschrieben, was der Sinn dieser Seite auf der Internetseite haben soll. Zum Schluss kam meine Abteilungsleiterin auf mich zu und versicherte mir, dass es immer gut sei, wenn außenstehende Customer Journeys Darstellungen von komplexen Verhältnissen und den Zweck solcher Tabellen hinterfragen. Sie fand es gut, dass ich mir so viele Gedanken gemacht hatte und lobte mich dafür.

Das nun als Ausflug in die Denkweise meiner Abteilungsleiterin. Ich bin dankbar dafür, dass ich mich, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, auch mal zwei Tage hinsetzen kann, um erst mal Informationen einzuholen und Ideen zu skizzieren. In meinen anderen Jobs war das nie so gern gesehen. Bei einem Vorstellungsgespräch, das ich hatte, bevor ich diesen Blog angefangen habe, wurde mir sogar gesagt, dass keine Zeit bleibe, sich erst mal zwei Stunden hinzusetzen, um zu „malen“.

Fazit ist: Ich fühle mich hier wohl. Man fühlt sich verstanden und wertgeschätzt. Die Kollegen sind wirklich nett und verständnisvoll und es gibt Kaffee, so viel man möchte. 😀

Da ich allerdings jeden Tag ca. zwölf Stunden unterwegs bin, wird mein Blog wohl etwas darunter leiden. Wie man gemerkt hat, bin ich nicht großartig dazu gekommen, viele Einträge zu schreiben. Es wird also lange Dürrephasen geben.

Eine Mediengestalterin

Weekend of Hell

Weekend of hell

Vom 4.11. – 5.11.2017 war ich auf einer Convention, das Weekend of Hell, als freiwillige Helferin. Meine Aufgabe war es, mich um einen der Stargäste zu kümmern, und ich muss sagen: Es war eines der besten Wochenenden jemals.

Am 3.11.2017 stieg ich in die Bahn Richtung Dortmund. An der Westfalen Halle angekommen begab ich mich auf die Suche nach Halle 8. Der Aufbau war bereits in vollem Gange. Meine Verspätung rührte daher, dass ich kurz vorher meine Führerscheinprüfung abgelegt und bestanden hatte. Ich hatte also extrem gute Laune und war voller Tatendrang. Um es kurz zu halten: Ich half beim Aufbau des Autogramm-Bereiches. Dort wurde mir dann auch mein Job für die Convention genannt. Ich sollte einen der Stargäste betreuen: Tom Fitzpatrick.

Ich muss zugeben, dass ich sehr überrascht war, diese Aufgabe zu bekommen. Schließlich half ich zum ersten Mal bei einer solchen Convention. Außerdem kannte ich den Gast nicht. Auch nicht, in welchen Filmen oder Serien er zu sehen war. Schnell gegooglet wusste ich, dass er vor allem aus Insidious 2 und 3 als Bride in Black bekannt ist. Da ich eigentlich kein Horrorfan bin, kenne ich die Filme nicht und bin bis heute auch unsicher, ob ich sie mir noch irgendeinmal anschauen werde. Bin halt klein und sensibel, wenn es um Horror geht.

Am 4.11. war es dann soweit: Ich bezog meine Stellung am Autogrammtisch und wartete auf meinen Gast. Als er aus dem Greenroom (der Pausenraum, der nur für die Stars zugänglich ist) kam, wusste ich auch sofort, dass er es war. Er hatte sich für den ersten Tag herausgeputzt und sein Kostüm aus den Insidiousfilmen angezogen. Nervös nahm ich ihn in Empfang, wir machten uns einander bekannt und warteten auf die ersten Besucher, die Autogramme haben wollten. Nach und nach kamen wir ins Gespräch. Ich war recht vorsichtig, denn ich wollte ihn nicht mit irgendwelchen Anekdoten langweilen. Ich konnte aber schnell feststellen, dass es sehr einfach war, mit ihm zu reden.

An dieser Stelle möchte ich meiner Sitznachbarin danken, die einen anderen Star betreut hat und das auch nicht zum ersten Mal getan hat. Sie hat mir vorher einige Tipps gegeben und mir gut zugeredet, dass alles halb so wild sei. Außerdem auch ein dickes Danke an meine beiden Fahrerinnen, die mich jeweils heil zur Convention hin- und zurückgefahren haben.

Neben dem Unterhalten von Tom war es zusätzlich meine Aufgabe, Autogramme zu verkaufen. Das heißt, wenn jemand wollte ein Autogramm, nahm ich das Geld entgegen und führte eine Strichliste, um nachhalten zu können, wie viele verkauft wurden. Außerdem hielt ich die Aufsicht über das Wechselgeld und begleitete den Gast überall hin. Egal ob  Greenroom, Fotoshoot oder Panel.

Zurück zu Tom. Er ist ein so herzensguter Mensch und war für jede Kleinigkeit dankbar. Egal ob ich einfach nur mit ihm geredet habe oder etwa seinen Kaffeebecher aus dem Weg gestellt habe, damit er ihn nicht umwirft. Und er ist super verständnisvoll. Wenn mir Wörter nicht auf Englisch eingefallen sind, war er so geduldig, zu warten, bis sie mir einfielen oder ich sie umschrieb. Nach einiger Zeit fing er an, mich Mum zu nennen. Er sagte, ich würde ihn an seine Mutter erinnern und ich solle ihm das nicht übel nehmen. Ich sei in seinen Augen „very kind and caring“. Das erfüllte mich mit Stolz. Immerhin machte ich den Job zum ersten Mal und ich schien ihn gut zu machen.

Sein Manager, Ed, war auch ein sehr netter Mensch. Wenn er sich zu uns gesetzt hat, unterhielt er sich mit uns beiden. Er bezog mich in die Gespräche mit ein, was ich nicht als selbstverständlich erachtete. Sehr viel habe ich von ihm am Samstag aber nicht mitbekommen.

Am 5.11. erschien Tom ohne sein Kostüm. Das hatte leider auch Auswirkungen auf seine Verkäufe. Niemand erkannte ihn, aber er nahm es mit Humor. Ich war froh, dass er sich die Laune nicht vermiesen ließ. Die positive Seite war: Wir konnten uns mehr unterhalten. Ich war selbstbewusster als am Vortag und Ed war öfter bei uns. Wir unterhielten uns über kulturelle Unterschiede und über unsere Sprachen. Ed zum Beispiel zeigte mir stolz eine App, mit der er Deutsch lernte, und ich brachte Tom „Bride in black“ auf Deutsch bei. Er war so begeistert, dass er nun „Braut in Schwarz“ schreiben konnte, dass er das ab sofort so auf seine Autogramme schreiben wollte. Es waren nur leider nicht mehr viele, die er verkaufte. Aber er ließ sich nicht unterkriegen.

Am Ende der Veranstaltung wollte Tom gar nicht gehen. Ich wurde geknutscht und gedrückt und wir haben uns bestimmt fünf Mal goodbye gesagt.

Der Abbau ging recht zügig von statten. Über Tag haben wir von Besuchern, Händlern und Stargästen wohl nur positives Feedback bekommen. Das hob die Stimmung der Crew noch mal an. Stühle und Tische wurden zusammen getragen, Klebeband vom Boden geknibbelt und den Müll weggeräumt.

Rundum waren meine ersten Erfahrungen als Crew-Mitglied einfach unglaublich. Man kann es kaum in Textform festhalten. Ich habe so viele positive Eindrücke und Gefühle gesammelt, wie lange nicht mehr. Danke an die Crew-Family und die Orga für ein wirklich tolles Event.

Eine Mediengestalterin

Neue Stelle

Ich bin wieder vergeben!

Ich schrieb ja bereits über das Vorstellungsgespräch, was ich über die Zeitarbeitsfirma bekommen habe. Am Montag, dem 6.11.2017, hatte ich ein Probearbeiten bei dieser Firma. Natürlich habe ich mich riesig gefreut, meine Fähigkeiten richtig unter Beweis stellen zu können.

Nach einem anstrengenden, aber schönen Wochenende auf dem Weekend of Hell ging es also um 10.00 Uhr bei der Firma für mich los. Wenn ihr wissen wollt, was ich da gemacht habe, lest meinen Beitrag dazu unter Offtopic.

Ich war um 9.45 Uhr da und meldete mich im 1. Stock. Diesmal hatte ich meine Sachbearbeiterin extra vorher gefragt, in welchen Stock ich muss, da ich ja beim letzten Mal im falschen war. Es stellte sich heraus, dass ich auch dieses Mal falsch war. Also wurde ich in den 3. Stock gebracht und von meiner Abteilungsleiterin in Empfang genommen.

Am Anfang sollte ich mich zu Kollege 1 (im weiteren Verlauf K1) setzen und ihm ein wenig über die Schulter schauen. Er erklärte mir das Tagesgeschäft und zeigte mir diverse Plattformen und Seiten, auf denen ich mich am meisten aufhalten würde. Dann wurde ich schon mal an die Ordnerstruktur herangeführt.

Als nächstes gab es ein kleines Teammeeting, in dem besprochen wurde, was in der Woche geschafft werden sollte. Das findet wohl jede Woche statt und informiert uns über das, was gerade in der Firma abgeht. Danach fand ich ein Firmenportrait. Ein Blick hinein erklärte mir die Unternehmensstruktur und, was die Firma an Dienstleistungen und Produkten anbot. Natürlich wusste ich das meiste schon – aber Interesse zeigen geht immer.

K1 kam auf mich zu mit Aufgaben, die ich abarbeiten sollte. Es war eine Mischung aus typischen Aufgaben aus dem Tagesgeschäft und dem Erstellen kreativer Vorschläge für Layouts. Das CI der Kunden für die Layouts einzuhalten, war natürlich kein Problem. Allerdings konnte ich die Designvorlieben der Firma nicht ganz einschätzen. Das war meiner Meinung nach aber kein großes Hindernis. Solche Vorlieben lernt man mit der Zeit zu berücksichtigen, wenn man sie einmal kennt. Es beschränkt sich bei sowas auf Dinge wie „Wir versuchen die Catchphrase in höchstens drei Zeilen zu verpacken. Vier halten wir für zu viele.“.

Um ca. 13.00 Uhr war dann Mittagspause angesagt. Da ich mich in der Umgebung nicht so auskannte, ging ich einfach raus. Ein wenig frische Luft tut immer gut. Danach ging es weiter mit der Arbeit. Richtung 17.30 Uhr hatte ich Feierabend und wurde zu einem abschließenden Gespräch gebeten. Meine Abteilungsleiterin offenbarte mir, dass sie mich gerne einstellen würde, sie das aber nicht entscheiden dürfe. Die Entscheidung liege beim Chef.

Der unangenehme Teil? Sie sagte mir, ich hätte mich im Vorstellungsgespräch nicht so gut verkauft. Das war mir durchaus unangenehm. Sie meinte es sicherlich gut, aber das kam sehr überraschend für mich, denn ich hatte nach dem Gespräch ein gutes Gefühl.

Offensichtlich hatte ich genug überzeugt, um zum Probearbeiten eingeladen zu werden, und so konnte ich punkten. Sie versicherte mir noch im Laufe der Woche, von ihr oder meiner Sachbearbeiterin zu hören.

Am Mittwoch, dem 8.11.2017, bekam ich dann den Anruf: Ich hab den Job!

Da ich auf der anderen Arbeit war, konnte ich schnell zum Chef hoch und ihm die gute Nachricht übermitteln. Natürlich war er weniger begeistert als ich. Nachdem ich mich weiter informiert hatte, kamen wir zu der Übereinkunft, dass ich den Job dort als Nebenjob am Wochenende weiter führe.

Finde ich ziemlich gut. Mehr Geld für mich, und ich kann mein Projekt dort noch zu Ende führen. Außerdem hat er mir versichert, dass, wenn mir das zu viel werden sollte, ich ohne schlechtes Gewissen kündigen könne.

Heute, am 9.11.2017, ging es dann direkt zur Vetragsunterzeichnung, schließlich soll ich am Montag schon anfangen. Also bin ich voller Elan in die Bahn gestiegen und zur Firma gefahren und musste dort feststellen, dass ich zur Unterzeichnung des Vertrages eigentlich zur Zeitarbeitsfirma musste. Endlich mal wieder eine peinliche Situation für mich. In meiner Freude habe ich gar nicht darüber nachgedacht, dass es logischer ist, dort hinzufahren, und meine Sachbearbeiterin hatte nicht darauf hingewiesen, dass es gerade nicht in der Firma ist.

Also auf zur Zeitarbeitsfirma. Dort angekommen habe ich dann erfahren, dass ich einen Tarifvertrag bekomme. War mir auch nicht klar und war vor allem viel zu lesen. Erst der Mantelvertrag und dann der eigentliche Vertrag. Ein paar Fragen gab es noch, die beantwortet wurden, und so konnte ich den Vertrag mit gutem Gewissen unterschreiben.

Fazit ist, ich bin eine glückliche Mediengestalterin, die endlich wieder eine Festanstellung in einem interessanten Betrieb hat.

Eine Mediengestalterin

Kampfsport in Bonn

Kampfkunst und Selbstverteidigung zu Halloween

Ob Kenjutsu, gemischte Waffen oder Freikampf – bei Kampfsport in Bonn kann man alle möglichen Kampfsportarten lernen. Ich möchte einerseits die Schule ein wenig vorstellen und andererseits davon erzählen, wie ich für die beiden Inhaber Grafiken erstellt habe. Somit wird dieser Blogeintrag der erste zur Kategorie „Projekte“. Ich freue mich riesig, euch meine Arbeiten mit Freunden vorzustellen.

Nun also zu Kampfsport in Bonn. Ich habe meine Freundin gefragt, wie sie die Schule und die Arbeit dort beschreiben würde. Das hier hat sie mir geantwortet:

„Wir möchten keine Massenware anbieten. In vielen Schulen gibt es übervolle Kurse, die Schüler laufen Bahnen und werden von einem traditionellen Lehrer selten korrigiert. Wir machen  das anders. Wir haben sehr kleine Gruppen (bis max. 10 Leute) und helfen ihnen gemeinsam. Dadurch ist ein viel intensiveres Arbeiten möglich.
Wir sind dahingehend sehr modern eingestellt. Es werden keine Techniken ausgeführt, nur weil sie schon seit hunderten Jahren gelehrt worden sind. Die Formen werden immer wieder hinterfragt und neu entworfen. Dadurch entsteht auch eine ganz eigene Zielgruppe mit jungen Leuten, die modern, aufgeschlossen und freidenkend sind. Es sind viele junge Menschen, vor allem Studenten, dabei.“

Was ich jetzt genau für die beiden gemacht habe? Ab November dieses Jahres ändert sich der Kursplan, da zum Beispiel einige der Kurse in Hallen verlegt werden, weil es im Winter zu kalt ist, um sie weiterhin im Freien zu halten. Ende Oktober ist Halloween und die beiden wollen sich das zum Anlass nehmen, eine Aktion zu starten:

„Ab November haben wir neue Kurszeiten. Die Termine passen dir und du bist neugierig auf unser Angebot geworden? Dann nutze unsere Novemberaktion!
Im gesamten Monat kannst Du für nur 30 Euro an jedem unserer Kurse einmal teilnehmen
* Gilt nur für Neukunden. Anmeldung unter info@kampfsport-in-bonn.de.“

Hierzu habe ich den beiden ein Werbebild für Facebook erstellt. Meine erste Version hatte noch mit viel Blut und einer gruseligen Figur zu tun. Ist ja schließlich Halloween. Da ich am Anfang die Anweisung „Mach mal…“ bekam, habe ich vor allem darauf gebaut, dass es gruselig aussieht. Ich fügte die mir genannten Daten in das Bild ein und war zufrieden mit meiner Arbeit.

Schnell wurde klar, dass meine erste Version ein Griff ins Klo war, da die Schule unter anderem Schwertkampf, Selbstverteidigung oder auch Asiatischer Nahkampf unterrichtet. Hier sollte man eher keine bedrohliche Atmosphäre schaffen. Dass mir dieser Gedanke nicht von alleine kam, ärgerte mich ziemlich.

So ging es von vorne los. Ein fröhlicheres Bild musste her. Der Wunsch waren Kürbisse mit Schnitzereien – vielleicht ein grinsendes Gesicht? Das symbolisiert Halloween, Herbst und wirkt auch weniger bedrohlich. Nach einiger Suche fand ich ein passendes Bild. Die Farben der Schrift angepasst, kleine Änderungen der Texte und voilà, das neue Werbebild. Beide sind mit meiner Arbeit nun zufrieden.

Ihre nächste Bitte war, die Kurstermine tabellarisch aufzuhübschen. Sie wollten die Tabelle als Bild auf ihre Webseite und ihre Facebookseite stellen. Da es hier um die klare Darstellung von Informationen ging, hielt ich alles sehr schlicht und benutzte einfach nur Grautöne. Dieses Bild gefiel auf Anhieb und somit war mein kleiner Auftrag auch schon erledigt.

Es hat mir Spaß gemacht, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Meine Freundin war sehr geduldig mit mir und hat sich tierisch über meine Arbeiten gefreut. Hier einmal die beiden Bilder. Ich hoffe sie gefallen euch.

Eine Mediengestalterin

Überraschend

Noch ein Jobangebot…

Seit 2015 bin ich bei xing.de angemeldet. Ich finde diese Plattform sehr hilfreich. Man kann sich vernetzwerken, Fragen stellen, Beiträge zu interessanten Themen der Berufswelt lesen – und auch wenn ich, wie auf den meisten Social-Media-Plattformen, eher ein Beobachter bin, finde ich es selten langweilig, mich dort aufzuhalten.

Am letzten Mittwoch (18.10.2017) schrieb mich ein Recruiter an, ob ich Interesse an einer Stelle als „Online Ad Manager“ hätte. Ich muss gestehen, ich wusste nicht genau, was mich bei so einer Stelle erwarten würde. Allerdings habe ich immer Interesse an neuen Herausforderungen, also gab ich ihm eine positive Antwort darauf. Wir tauschten Stellenausschreibung und Bewerbung aus und vereinbarten ein erstes Telefonat für den Freitag (20.10.2017).

Donnerstags musste ich arbeiten. Abends hatte ich somit nicht mehr großartig Lust, mich zu informieren. Ich wollte allerdings vor dem Gespräch noch herausfinden, was das Berufsbild zu der genannten Stelle ist. Die Anforderungen, die mir in der Stellenanzeige genannt wurden, erfüllte ich zum Großteil. Insbesondere das „Vorkenntnisse nicht erforderlich“. Zudem sollte man in der Bewerbung seine Gehaltsvorstellung angeben. Da ich aber nicht wusste, was man als Online Ad Manager in der Regel verdient, musste ich auch das herausfinden.

Freitagmorgens fand ich die Zeit, mich zu erkundigen. Um es kurz zu fassen: Ein Online Ad Manager kümmert sich darum, wann wo welche Werbeanzeige wie geschaltet wird. Es scheint also eine administrative Aufgabe zu sein. Grundsätzlich kein Problem für mich. Das las sich alles sehr interessant. Da ich diese Aufgabe an sich allerdings für sehr wichtig halte, war meine Sorge, dass ich keine Vorkenntnisse hatte. Wie sollte ich über Werbekampagnen entscheiden, wenn ich keine Ahnung von der Handhabe hatte. Als nächstes fragte ich Google nach den üblichen Gehältern für solche Stellen und bekam leichte Schnappatmung, als ich die Zahlen las. Es fing bei ca. 4500,- brutto im Monat an. Das war mir zu viel. Es bestätigte meine Befürchtung, dass es eine Aufgabe mit viel Verantwortung ist. Mehr Verantwortung, als ich mir zutrauen würde – vor allem weil ich keinerlei Erfahrung in dem Bereich hatte. Ich schrieb mir meine Fragen und Gedanken also auf, fest entschlossen, sie zu äußern bzw. zu stellen, wenn ich später das Gespräch mit dem Recruiter führen würde.

Pünktlich zur vereinbarten Zeit rief er mich dann an. Im Ganzen war es ein erfreuliches und lockeres Gespräch. Als erstes galt es für mich, den Aufgabenbereich klarzustellen. Er bestätigte meine Recherche und erzählte mir von einer Mediengestalterin, die er vor zwei Monaten in die Firma vermittelt hatte. Sie sei sehr zufrieden dort und hätte Spaß an dieser administrativen Aufgabe. Auch besagte Gestalterin hatte keinerlei Vorkenntnisse und wurde dementsprechend angelernt und weitergebildet. Er versicherte mir, dass man nicht ins kalte Wasser geschmissen würde, und erläuterte, dass er glaube, ich würde gut ins Team passen.

Ein kleiner erfreulicher Ausschwenker: Er war der erste, der mir zu meiner Bewerbung gratulierte. Ihm gefiel vor allem mein Statement am Schluss des Bewerbungsschreibens:
„Zudem bin ich selten 0815, mag Serien und Computerspiele, bin ein wenig nerdig und ich höre gerne Rockmusik.“
So wisse man sofort, mit wem man es zu tun habe, und man könne einschätzen, ob es passt oder nicht. Diese Aussage hat mich sehr gefreut. Die meisten meiner Freunde hielten es für riskant, diese Aussage über mich selber zu treffen (und ich danke ihnen immer noch für ihre Ehrlichkeit). Sie glaubten, dass ich es mir mit diesem Satz schwerer machen würde, eine Stelle zu finden.

Zurück zu dem Gespräch: Nachdem ich tatsächlich mit dem Recruiter etwas „rumnerden“ konnte, kam mir meine größte Sorge in den Sinn. Die Aufgabe konnte noch so interessant sein, die Vorbereitung der Firma auf diese Aufgabe noch so gut – ich fühlte mich einfach nicht wohl bei dem Gedanken, so viel Verantwortung zu tragen. Das Gehalt deutete immer noch darauf hin, dass mir die Aufgabe über den Kopf wachsen könnte. Also teilte ich ihm diese Sorge mit. Er pflichtete mir bei und erklärte, dass diese Stelle eine Art Unterkategorie sei und somit nicht in die oberste Gehaltsklasse falle. Nichtsdestoweniger würde ich immer noch ca. die Hälfte verdienen. Mit dieser Aussage war ich sehr zufrieden. Zum Schluss wies ich ihn noch darauf hin, dass ich auf jeden Fall ein Probearbeiten bei der Firma absolvieren wolle. Ich möchte unbedingt sicher gehen, dass mir dieser Job auch gefällt. Das Interesse für diese Stelle ist nach dem Gespräch gestiegen, aber da ich keine Erfahrungen in dem Bereich habe, möchte ich mir vor der potentiellen Einstellung ein Bild davon machen können. Außerdem bin ich mir sicher, dass die Firma ebenfalls sehen möchte, ob ich zu der Stelle passe. Er war sehr erfreut über diese Aussage, pflichtete mir bei und erklärte mir, dass er sich Anfang der nächsten Woche bei mir melden würde.

Alles in allem wurden meine Bedenken zu diesem Angebot mit dem Telefonat beseitigt. Der Recruiter war ein sehr netter und aufgeschlossener Mensch, der mir sehr sympathisch war, und ich freue mich, Anfang der Woche von ihm zu hören. Es soll jetzt relativ zügig von statten gehen, und die Chancen stehen gut, dass die Firma Anfang nächsten Monats jemanden (hoffentlich mich) einstellt.
Das ist jetzt innerhalb kürzester Zeit das zweite Jobangebot, das sich vielversprechend für mich anhört. Für mich ist das eine weitere erfreuliche Erfahrung und ich bin gespannt, wie sich alles entwickeln wird. Drückt mir die Daumen.

Eine Mediengestalterin.